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„Rotz“-Infektion: Analysen auch in Schleswig-Holstein

Bislang keine weiteren positiven Befunde

Warendorf (fn-press). Nachdem in der vergangenen Woche bei einem Pferd im Landkreis Osnabrück die unheilbare und anzeigepflichtige Infektionskrankheit „Rotz“ diagnostiziert worden war, wurden auch in mehreren Pferdeställen in Schleswig-Holstein Proben entnommen. In sieben von neun Verdachtsfällen gaben die Amtsveterinäre inzwischen Entwarnung. Die untersuchten Pferde sind ohne Befund, zwei weitere Analyseergebnisse werden für den morgigen Dienstag erwartet.

Das an der Infektionskrankheit „Rotz“ leidende Pferd aus dem Landkreis Osnabrück fiel im Rahmen einer routinemäßigen Exportuntersuchung auf, weil es in die USA verkauft werden sollte. Zuvor hatte es in Schleswig-Holstein gelebt. Die dortigen Kreisveterinärbehörden veranlassten Untersuchungen in drei Pferdebetrieben, in denen das Pferd gehalten worden war. Zwar liegen noch nicht alle Ergebnisse vor, aber bei sieben von neun Analysen wurden keine Erreger der Krankheit „Rotz“ nachgewiesen. Vorsorglich wurden diese Betriebe gesperrt, die Pferde dürfen die Ställe nicht verlassen.

Die Pferdebesitzer in Schleswig-Holstein sind in großer Sorge. Am Wochenende wurden zwei Turniere in Neumünster und Friedrichshulde aus Angst vor Ansteckung abgebrochen. Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), warnt vor Panik: „Wir stehen in engem Dialog mit den zuständigen Veterinär- und Landesbehörden. Solange keine weiteren Fälle von Rotz auftauchen, gibt es keinen Grund zu übermäßiger Sorge.“ Lauterbach weist darauf hin, dass Turniere oder Zuchtveranstaltungen gefahrlos durchgeführt werden können. Lediglich bei einem konkreten Verdachts- oder Infektionsfall in einer Region würde der Amtstierarzt Veranstaltungen absagen.

Zum Hintergrund: Die bakterielle Infektionskrankheit „Rotz“(Burkholderia Mallei) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die seit 1956 in Deutschland nicht mehr nachgewiesen wurde. Sie tritt vornehmlich bei Pferden und anderen Einhufern (Zebras, Esel) auf und wird über Körpersekrete übertragen. Die Krankheit kann sich durch knotige Entzündungen und Geschwüre auf der Haut (Hautrotz), in der Nasenschleimhaut (Nasenrotz) und in der Lunge (Lungenrotz) äußern, sie kann aber ebenso in einer chronischen Verlaufsform auftreten, so dass kaum äußere Anzeichen auf eine Infektion hindeuten. Dies war beim Pferd aus dem Landkreis Osnabrück der Fall, es zeigte keinerlei klinische Symptome. Die Infektion wurde nur zufällig durch die Exportuntersuchung nachgewiesen.

Weitere Informationen:

www.schleswig-holstein.de

www.ml.niedersachsen.de

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