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Das Arabische Wochenende des Verbandes der Züchter und Freunde des Arabischen Pferdes e.V. (VZAP) findet im Reitsportzentrum Hofgut Darmstadt/Kranichstein statt. Das Event kombiniert Zuchtprüfungen, Schauen und sportliche Wettbewerbe, um die Vielseitigkeit des arabischen Pferdes zu präsentieren. Das Event wurde vom VZAP als völlig neues Zuchtpferdechampionat gegründet und feierte im Herbst 2025 seine Premiere. Es wurde nicht ins Leben gerufen, um das Nationale Championat aus Aachen zu übernehmen. Während in Aachen nach internationalem ECAHO-Muster gerichtet wird, nutzt der VZAP für das Zuchtchampionat in Kranichstein ein eigenes 11-Kriterien-System. Es dient als bodenständiges, nahbares Verbandsevent, das Zuchtbuch-Eintragungen, Körungen und den Freizeitsport (wie den Distanzritt) miteinander verknüpft, um die breite Züchterbasis direkt anzusprechen.

Das Arabische Wochenende deckt ein breites Spektrum an züchterischen und sportlichen Prüfungen ab. Die Körung und zentrale Hengsteintragung ist die offizielle Bewertung und Zulassung von Junghengsten für die Zucht. Diese werden bewertet durch die Zuchtleiterin Anja Daniels, Walther Fath und Bruno Six.

Die Zuchtschau mit anschließendem Championat ist offen für alle arabischen Rassen (Vollblutaraber, Shagya-Araber, Anglo-Araber, Deutsches Edelblutpferd, Arabisch Partbred-Typ Spezial und Quarab). Sie wird bewertet durch Emma Maxwell, Britta Schielke und Dr. Astrid Velsen-Zerweck.

Stuten- und Fohlenprämierung, Jungzüchter Vorführwettbewerb und Hengstpräsentation mit Schaubildern runden das Programm ab.

Einer der Höhepunkte ist der von Ina Baader und ihrem Team organisierte Distanzritt, der >offiziell vom Verein Deutscher Distanzreiter und -fahrer e.V. (VDD) anerkannt ist. Angeboten werden ein Einführungsritt (EFR) über 26 km sowie ein Kurzer Distanzritt (KDR) über 42 km. Die Siegerehrung wird als gemeinsamer Einritt aller teilnehmenden Distanzreiter in der Veranstaltungshalle zelebriert. Der VZAP stimmt den Zeitplan ab, damit Distanzpferde am Nachmittag auch an der Zuchtschau teilnehmen können.]

Die Veranstaltung wird maßgeblich durch die arabische Zucht-Community getragen. Der VZAP schaltet jährliche Sponsoring-Aufrufe für Privatpersonen und Gestüte. Unterstützt wird das Event durch hochpreisige Sachspenden und Wert-Gutscheine der Reitsportarikelhändler und Futterfirmen.

info unter vzap.org

Bei den Deutschen Meisterschaften und den Deutschen Jugendmeisterschaften der Distanzreiter ging es in Striegistal in Sachsen um den Titel und Medaillen. Erstmalig holte Julia Zielinski mit ihrem Romeo Gold, Silber ging an Bernhard Dornsiepen mit Zora A’Daimond, Bronze an Tatjana Stammen mit B Black Vision.

Julia Zielinski legte den 160 Kilometer langen Ritt in einer Gesamt-Reitzeit von 9 Stunden, 45 Minuten und 32 Sekunden zurück, ihre Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 16,395 Kilometern in der Stunde. Für Julia Zielinski, die Trainerin B im Distanzreiten ist und einen Hof mit Distanzpferden in der Nähe von Berlin betreibt, war es ihre erste DM. „Bislang war das nicht so im Fokus bei mir“, erklärte sie. Sie hat ihren elfjährigen Romeo selbst gezogen und ausgebildet. „Er ist schon ein etwas sensibles Pferd, aber wir kennen uns von klein auf und er vertraut mir und ich vertraue ihm“, so die neue Deutsche Meisterin.

Drei Minuten nach Julia Zielinski kam Bernhard Dornsiepen mit Zora A’Daimond ins Ziel (Reitzeit: 9 Stunden, 48 Minuten, 29 Sekunden / Geschwindigkeit: 16,313 km/h). Bernhard Dornsiepen war im Vet-Gate eigentlich immer vor ihr gewesen, die beiden starteten dann fast zeitgleich auf die letzte Runde. Dann setzte sich Julia Zielinski ab, erreichte kurz vor Dornsiepen das Ziel und gewann so ihren ersten DM-Titel. „Ich habe auf der letzten Runde etwas an Tempo zugelegt, ich mag es nicht, wenn erst kurz vor dem Ziel dann richtig Gas gegeben wird“, erklärte sie.

Bernhard Dornsiepen konnte wie in den beiden Jahren zuvor wieder die Silbermedaille mit nach Hause nehmen. Bei der DM im vergangenen Jahr war sein Nachwuchspferd Zora ihren ersten „Hundertmeiler“ überhaupt gegangen und sie lief auch damals so topfit ins Ziel, dass sie am Ende nicht nur die Silbermedaille gewann, sondern auch noch den begehrten Best Condition-Preis erhielt. Das konnte Dornsiepen mit der zehnjährigen französische Araber-Stute Zora jetzt wiederholen, auch den Best-Condition-Preis erhielten die beiden wieder.

Bronze ging an mit Tatjana Stammen B Black Vision und einer Reitzeit von 11 Stunden, 39 Minuten und 55 Sekunden und einer Durchschnittgeschwindigkeit von 13,716 Kilometern in der Stunde. „Ich freue mich unglaublich darüber, dieses Jahr nochmal mit Vision teilnehmen zu können. Sie ist mittlerweile 18 Jahre und kontinuierlich mit nicht nachlassender Begeisterung mit mir unterwegs. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagte sie im Vorfeld der DM. Auch 2023 konnte sie schon einmal die Bronzemedaille mit Vision bei der DM gewinnen.

Ganz knapp eine Medaille verpasste Stefanie Ulrich mit Kosmos Al Samarra, die dicht hinter Stefanie Ulrich ins Ziel kam (Reitzeit: 11:39:59 Stunden, Geschwindigkeit 13,715 km/h).

Die Deutsche Meisterschaft führte über sechs Runden. Zwischen den einzelnen „Loops“ absolvierten die Pferde die vorgeschriebenen tierärztlichen Kontrollen. Vor der fünften und sechsten Runde stand jeweils zusätzlich eine obligatorische Re-Inspektion an.

Deutsche Jugendmeister werden Süreyya Benter und Nabeel Ibn Prospekt. Auch die Deutsche Jugend-Meisterschaft wurde in Striegistal ausgetragen. Die Nachwuchs-Distanzreiter starteten über eine Strecke von 120 Kilometern. Hier ging der Sieg an die 17-jährige Süreyya Benter mit ihrem elfjährigen Nabeel Ibn Prospekt. Sie startet sein 2024 aktiv im Distanzreiten und konnte sich jetzt schon zum zweiten Mal für die DJM qualifizieren. Der elfjährige Nabeel war schon einmal Deutscher Meister, er hatte 2023 mit Mareike Messner die DM der Senioren gewonnen. „Nabeel ist sehr willensstark, am Ende ist er noch wieder richtig losgaloppiert, das ist schon beeindruckend, wie viel Energie er hat“, sagte seine Reiterin, die wie die Deutsche Meisterin ebenfalls im Landeskader Berlin-Brandenburg ist.

Silber ging an Kim Heise mit Hamasa Nizahi. Die 20-Jährige startete bereits zum dritten Mal mit ihrem jetzt elfjährigen Vollblutaraberwallach Hamasa Nizahi bei der DJM.

Die Strecke durch das Striegistal forderte einiges von Reitern und Pferden, denn durch die hügelige Streckenführung und wechselnde Böden mussten sie sich ihre Kräfte optimal einteilen. „Ich habe viel auf den Boden geachtet und immer das Tempo dem Boden angepasst, das war schon eine sehr anspruchsvolle Strecke“, berichtete die Deutsche Jugendmeisterin Süreyya Benter. (Quelle: Pferdesport Deutschland/evb)

Im Jahr 2025 wurden 14 Pferde in das Eliteregister des deutschen Zuchtverbandes VZAP aufgenommen. Unser Glückwunsch gilt den Züchtern und Besitzern dieser Pferde.

ARABISCHES VOLLBLUT
Elite Pr LH WM De v d a s ox geb.:22.04.2016 Braunschimmel
V.: Dschehim ox M.: Elite S1 Dahi ox
von Insh Allah ox u. Dukna ox S1- Serenity Habib ox Z.: Haupt- und Landgestüt Marbach, 72532 Gomadingen

Elite HB I N a o u f i l o x geb.: 04.04.2010 Schimmel
V.: Mahadin ox M.: Elite S1 Namije ox
von NK Bolbol ox u. Nari ox- Motassem ox
Z.: Haupt- und Landgestüt Marbach, 72532 Gomadingen

Elite HB I M u s a b ox geb.: 20.03.2005 Braun
V.: NK Bolbol ox M.: Elite S1 Maaza ox
von Serenity Habib ox u. Maslama ox Z-Moneef ox
Z.: Haupt- u. Landgestüt Marbach, 72532 Gomadingen

Elite HB I S a i d ox geb.: 28.02.1999 Schimmel
V.: Pamir I ox M.: Z Sadana ox
von Saher ox u. Sandara ox Z- Gharib ox
Z.: Haupt- u. Landgestüt Marbach, 72532 Gomadingen

Elite Pr ZU M a s s a i I b n Marenga ox geb.:03.04.2002 Braun
Mirokan ox M.: Elite Z Marenga ox
von Menes ox u. Marei ox Z- Kilimandscharo ox
Z.: Sax, Reinhard, 84169 Altfraunhofen
B.: Darius, Claudia, 52351 Düren

Elite Pr S1 M a r d s c h a n a Bint Mahra ox geb.:03.04.2012 Fuchs
V.: Musab ox M.: S1 Mahra ox
von Malik El Nil ox u. Mhamdi ox Z- Nabil ox
Z.: Haupt- und Landgestüt Marbach, 72532 Gomadingen

Elite Pr S1 N a m r a t a ox geb.: 27.03.2011 Schimmel
V.: DF Malik Jamil ox M.: Elite S1 Napirai ox
von NK Bolbol ox u. Nari ox- Motassem ox
Z.: Haupt- und Landgestüt Marbach, 72532 Gomadingen

Elite Pr S1 D a f i n a o x Stuten geb.: 03.04.2009 Schimmel
V.: Amurath Muntahi ox M.: Elite S1 Dukna ox
von Serenity Habib ox u. Dschihan ox Z- Nasrodin ox
Z.: Haupt- u. Landgestüt Marbach, 72532 Gomadingen

Elite Pr S1 S a r a f i n e o x geb.: 06.04.2008 Schimmel
V.: Insh Allah ox M.: Z Sarina ox
von Nami ox u. Sachida ox Z- Nasrodin ox
Z.: Haupt- u. Landgestüt Marbach, 72532 Gomadingen

Stute Elite Pr S o u h a ox geb.: 07.03.1995 Schimmel
V.: Nami ox M.: Z Sadana ox
von Saher ox u. Sandara ox Z- Gharib ox
Z.: Haupt- u. Landgestüt Marbach, 72532 Gomadingen

Elite S1 N a p i r a i o x geb.: 22.03.2004 Rappe
V.: NK Bolbol ox M.: Nari ox
von Motassem ox u. Noha ox Z- Hadban Enzahi ox
Z.: Haupt- u. Landgestüt Marbach, 72532 Gomadingen
B.: Seitz, Oliver, 78607 Talheim

SHAGYA-ARABER
Elite HB I H a d b a n X X V I I - 3 ( S h A ) geb.: 12.12.1986 Braun
V.: Hadban XXVII (ShA) M.: 214 Shagya LI-28 (ShA) von Shagya LI (ShA) u. 150 Koheilan XXIV-41 (ShA) - Koheilan XXIV (ShA)
Z.: Mangalia Gestüt, Constanta/Rumänien
B.: Körber, Sabine, 53949 Dahlem

Elite HB I T h a m i a s ( S h A ) geb.: 25.10.1993 Dunkelbraun
V.: Paris (ShA) M.: Elite H Tatjana (ShA)
von Koheilan XXVI-2 (ShA) u. 417 Hadban XV-5 (ShA) H - Hadban XV (ShA)
Z.: Pack, Ruth, 51580 Reichshof
B.: Körber, Sabine, 53949 Dahlem

ANGLO-ARABER
Elite Pr S1 C a m a r Vaticana AA geb.: 25.04.2013 Schimmel
V.: Bonaparte N AA Pr H Venus AA
von Zarewitsch xx u. Valencia AA H- Bajar (ShA)
Z.: Knaack-Lindemann, Corinna, 23843 Bad Oldesloe
B.: Camelot Arabians GbR, 23843 Bad Oldesloe

Bei der diesjährigen Körung und Hengstanerkennung des Zuchtverbandes für Sportpferde arabischer Abstammung im Rheinischen Pferdezentrum Schloss Wickrath nahmen am letzten März-Wochenende nur acht Pferde teil. Trotz der geringen Zahl der teilnehmenden Pferde wurde die Veranstaltung nicht abgesagt.

So fanden auch während der Pandemie die Körungen im Pferdezentrum in Alsfeld statt. Hierfür musste aufgrund der von der Regierung auferlegten Einschränkungen ein neues Konzept erarbeitet werden, das bis heute erhalten blieb. Es sieht vor, dass die zur Körung angereisten Hengste einer geschlossenen Beurteilung mit Musterung auf hartem Boden, einem anschließenden Freilauf und Springen sowie einem Vorführen an der Hand auf dem Dreieck unterzogen werden, bevor das Körurteil vergeben wird. Innerhalb weniger Stunden können die Hengsthalter wieder die Heimreise antreten.

Der Nachteil dieses Konzepts ist, dass kaum noch Zuschauer eine Körveranstaltung besuchen, da keine geschlossene Vorstellung aller zu körenden Hengste mehr erfolgt. Dadurch entfallen auch die einst so beliebten Züchterabende mit bezahlbarem Abendbuffet, die trotz allgegenwärtiger Globalität für einen Austausch unter Gleichgesinnten auch heute noch wichtig sind.

Das Ergebnis im Einzelnen:

Vollblutaraber.
Silas AB (Simply the Best AB x Esma AB)
Züchterin Angelika Bruckner, Besitzerin Stefanie Sabo, Julbach-Hart
gekört

Shagya Araber
SIRIUS (Balou ShA x Gaga Lady A)
Züchterin und Besitzerin Ingrid Früchtenicht, Neuenbrook
gekört

Sokrates al Samarra (Olymp Sh x Sofiia al Samarra)
Züchter u. Besitzer Gestüt Samarrastud, Al Samarraie, Rotenberg
gekört, prämiert und Körsieger

Arab.Partbred Typ Spezial
Painted Dijon (Painted Dragon x Golden Kailee)
Züchterin Susanne Hoffmann, Besitzerin Luisa Wachtelborn, Blankenhain/Kleinlohma
gekört

Englisches Vollblut
Hypernormativist (Snowy River a.d. Hot Shot)
Züchterin Nele Heemsoth, Besitzer Bötsch/Weber, Schopfheim
gekört und prämiert

Deutsches Edelblut
Showmaster S (Strahlemann x Sissi Top
Züchter und Besitzer Jürgen Schmidt, Bremen

Nimius BW Z (Night or Day x Zauberfarbe)
Züchterin u. Besitzerin Vanessa Weber, Schopfheim
gekört

Pintabian
Limited Hero (SH Limited Edition x Painted Soleil)
Züchterin Susanne Hoffmann, Besitzerin Luisa Wachtelborn, Blankenhain-Kleinlohma
Gekört

Die Zahlen sind eindeutig. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 3.244 nationale Turnierveranstaltungen ausgetragen — 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr, und im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 ein Rückgang von 9,1 Prozent. Die Zahl der Starts sank innerhalb von zehn Jahren von rund 1,5 Millionen auf eine Million — ein Minus von 28 Prozent. Jahresturnierlizenzen: rückläufig. Neu eingetragene Turnierpferde: rückläufig. Prüfungen: rückläufig. Der Trend erfasst mittlerweile jeden Parameter des deutschen Turniersports.

Gelegentlich hört man als Erklärung, der Pferdesport werde eben internationaler — Turniere in China, auf der Arabischen Halbinsel, in Südamerika. Das mag stimmen. Aber es erklärt gar nichts. Denn wer auf dieser Logik besteht, müsste auch erklären, warum es nach dieser Rechnung schon längst keine Vollblutrennen mehr in Deutschland geben dürfte. Internationale Reiter wollen überall reiten, nicht nur anderswo. Der globale Boom des Pferdesports ist nicht das Problem. Das Problem sitzt näher, und es sitzt auf beiden Seiten des Turnierplatzes.

Wer heute ein Turnier veranstaltet — und sei es ein kleines Kreisturnier mit ehrenamtlichem Rückhalt — steht unter einem Druck, der vor zehn Jahren so nicht existierte. Die Auflagen sind gestiegen: Sicherheitskonzepte, Tierschutzauflagen, Genehmigungsverfahren, Haftungsfragen. Wer einen Fehler macht, steht nicht nur mit einer Abmahnung da, sondern mitunter mit einem Bein vor dem Richter. Die Veranstalter sprechen von Kostensteigerungen von mehr als 25 Prozent seit der Corona-Zeit — in manchen Bereichen deutlich mehr.

Gleichzeitig wachsen die Erwartungen der Teilnehmer. Wer heute zum Turnier kommt, erwartet Infrastruktur, Service und Ausstattung, die dem Aufwand der Anreise entsprechen. Das ist verständlich — und dennoch ist es die andere Backe der Zange. Die Schere zwischen dem, was Teilnehmer erwarten, und dem, was Veranstalter unter vertretbarem Risiko noch leisten können, öffnet sich Jahr für Jahr weiter.
Dazu kommt ein Phänomen, das in keiner FN-Statistik auftaucht: Social Media als Boykottinstrument. Ein schlechtes Video, eine wütende Geschichte in einer Facebook-Gruppe, und das Turnier eines ehrenamtlichen Organisators steht drei Wochen vor der Veranstaltung unter öffentlichem Beschuss. Was einmal eine Meinungsverschiedenheit unter Reitern war, wird heute zu einer öffentlichen Kampagne — mit handfesten Folgen für Nennungen, Sponsoren und die Bereitschaft, überhaupt noch anzutreten.

Auf der anderen Seite steht der Reiter, der schlicht rechnet. Stallmiete, Tierarzt, Beschlag, Futter, Ausrüstung, Turnierlizenz, Nenngelder, Transport — wer das alles zusammenzählt, kommt schnell auf Summen, die sich ein normaler Haushalt in wirtschaftlich angespannten Zeiten nicht mehr leisten kann oder will. Die anhaltende Konjunkturflaute und gestiegene Lebenshaltungskosten machen sich überall bemerkbar — auch im Sattel.

Wer die Kosten scheut, wird Freizeitreiter. Das ist keine Niederlage, das ist eine rationale Entscheidung — und es ist gut so, denn das Pferd als Freizeitpartner hat seinen eigenen, legitimen Wert. Aber es bedeutet, dass der Pool der Turnierteilnehmer schrumpft, und mit ihm die wirtschaftliche Basis für Veranstaltungen, Vereine und Reitschulen.
Sponsoren registrieren das ebenfalls. "Die derzeitige Wirtschaftslage ist nicht gerade rosig. Die Unternehmen sparen und fangen bei den 'unnötigen Dingen' an. Und da gehört Sponsoring eben dazu", so ein Turnierdirektor. Ohne Sponsoren keine mittelgroßen Turniere. Ohne mittelgroße Turniere keine Karrieresprossen für den Nachwuchs.

Für die Araberwelt hat dieser Strukturwandel eine zusätzliche Dimension. Araberpferde waren nie der Mittelpunkt des deutschen Turnierbetriebs — aber sie profitierten von seiner Existenz. Eine aktive Reitkultur schafft Nachwuchs, der über die Reitschule zu Pferden kommt, und manche dieser Menschen landen beim Araber. Bricht die Basis weg, schmälert das auch das Potenzial für neue Begeisterte.
Araberschauen finden in Deutschland kaum noch statt. Was fehlt, ist nicht der Wille — es fehlen die Strukturen, die ehrenamtliche Veranstalter tragen und schützen, statt sie mit Auflagen zu erdrücken.
Die Antwort des Verbandes heißt "100 Schulpferde plus": eine Initiative von Pferdesport Deutschland gemeinsam mit der Reit-WM Aachen 2026, die über drei Jahre laufen und mit einem Fördervolumen von 1,3 Millionen Euro den Kauf von 100 Schulpferden bezuschussen soll. Neu eingestiegen sind die Sparkassen als Partner. Inzwischen haben sich 1.583 Vereine beworben — das Interesse ist da, die Not auch.

100 Schulpferde für 1.583 bewerbe Vereine. Die Initiative ist gut gemeint und wichtig. Aber sie löst das strukturelle Problem nicht — sie mildert es. Die Zange aus Auflagen, Kosten und schwindendem Nachwuchs schließt sich weiter, und ein Schulpferd pro ausgeloster Reitschule hält sie nicht auf. Was gebraucht würde, sind nicht nur Fördertöpfe, sondern ein ehrlicher politischer und verbandlicher Blick auf das, was Veranstalter und Reiter heute trägt — und was sie überfordert.

Quellen: FN/Pferdesport Deutschland (Turniersportstatistik 2024), Sportschau, FN-Initiative 100 Schulpferde plus, Reit-WM Aachen 2026

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